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Argentinien: Das Ende des Kirchner-Zyklus

Zusammenfassung | Argentinien durchlebt als Ergebnis der internationalen Krise einen Prozess der wirtschaftlichen Entschleunigung und infolge der Niederlage der Regierung bei den Parlamentswahlen im Juni 2009 einen Prozess der politischen Beschleunigung. In den letzten 25 Jahren der Demokratie kann man klar politische Zyklen des Aufstiegs, der Konzentration und der Erschöpfung der Macht der Regierungen ausmachen, die eng mit den Wirtschaftszyklen aus Erholung, Wachstum, Stagnation und Krise verbunden sind. Die Abfolge der Projekte einer Präsidentschaft, die eingeleitet werden, sich entfalten und sich erschöpfen, überlagert so die Routine der demokratischen Institutionen und das Funktionieren des politischen Systems. Inmitten einer ökonomischen Krise und nach einer herben Niederlage scheint sich der »Kirchnerismus« als politischer Zyklus seinem Ende zuzuneigen.

Die Auswirkungen der globalen Krise auf Lateinamerika

Zusammenfassung | Dieser Beitrag analysiert die Entstehung und Ursachen der aktuellen Krise und ihre Auswirkungen auf Lateinamerika. Danach werden die international unternommenen Anstrengungen thematisiert, die auf eine Korrektur der Hauptschwächen der Finanzmärkte und deren Neuausrichtung auf die Entwicklungsfinanzierung abzielen, wie sie mit dem Monterrey-Gipfel 2002 eingeleitet wurden und zuletzt in den Vereinbarungen des g-20-Gipfels vom 2. April 2009 ihren Niederschlag fanden. Abschließend werden einzelne Herausforderungen analysiert, die – wie insbesondere die Regulierung der Finanzströme – zum Erreichen einer nachhaltigen Entwicklung in Angriff genommen werden müssen.

Die globale Wirtschaftskrise Auswirkungen und Folgen für Lateinamerika

Zusammenfassung | Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise sind ein Lateinamerika bereits spürbar. Das BIP wird in 2009 wohl um rund 2% sinken. Die Rezession wird schwerwiegender als 1990 und 2002 sein, und sollten sich die pessimistischsten Prognosen erfüllen, dann könnte sie die schwerste der Nachkriegszeit sein. In diesem Beitrag werden zuerst die wesentlichen Auswirkungen und die Maßnahmen der Regierungen untersucht. Anschließend wird dargelegt, dass aufgrund der geschrumpften Nachfrage nach Fertigwaren aus den Industrieländern und des starken Preisverfalls der Rohstoffe die Ansteckung nicht wie in anderen Krisen über den Finanzsektor, sondern hauptsächlich über den Handel verläuft. Das hat zur Folge, dass die Möglichkeit, die Krise über ein Exportwachstum zu überwinden, sehr beschränkt ist und man daher nicht nur die Rolle des Staates,sondern auch die des Binnenmarktes als Entwicklungsmotor neu überdenken muss.

Die Krise aus globaler Sicht und ihre Bedeutung für Brasilien

Zusammenfassung | Die globale Krise stellt uns vor eine Reihe von Herausforderungen, die auch als Chancen verstanden werden können. Dieser Artikel spricht sechs davon an, die sowohl global als auch für Brasilien von besonderer Bedeutung sind: Die Neudefinition des energetisch-produktiven Paradigmas, den Kampf gegen die sozialen Unterschiede, die Wiederherstellung der zentralen Rolle des Staates, die Neuausrichtung der Kredite auf produktive und sozial nützliche Aktivitäten, die Ankurbelung der Wirtschaft, um die Produktion anzuregen und das Entwickeln von politischen Strategien, die in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht kohärent sind. Es handelt sich zusammenfassend um umfassende und komplexe Herausforderungen, die über technische Lösungen oder solche, die auf wirtschaftliche Aspekte beschränkt sind, hinausgehen und die langfristig geplant werden müssen.

Die Wirtschaftskrise aus Sicht der Entwicklungsländer

Zusammenfassung | Die weltweite Wirtschaftskrise mit ihrem Ursprung in den USA hat sich auf die makroökonomische Theorie ausgewirkt und einige alte Ideen aufleben lassen. Aus der Krise lassen sich einige Schlüsse ziehen. Zur Vermeidung solcher Situationen ist nicht nur die Regulierung der nationalen Finanzmärkte erforderlich, sondern auch eine konsistente Wirtschaftspolitik. Zudem müssen internationale Normen zur Mäßigung der Kapitalbewegungen geschaffen werden. In Entwicklungsländern wirken sich Krisen vornehmlich auf die Zahlungsbilanz sowie die Haushaltspolitik aus und führen fälschlicherweise oft zu Sparmaßnahmen. Die Stärkung der Kreditvergabe durch den iwf und die Änderungen in den Auflagen der Organisation sind positive Zeichen, reichen jedoch noch nicht aus.

Entwicklungs-finanzierung und Reform der Finanzarchitektur. Eine Betrachtung zu Lateinamerika

Zusammenfassung | Die regionalen und multilateralen Banken spielen heute im wirtschaftlichen und sozialen Kontext in den lateinamerikanischen Ländern eine wichtige Rolle. Sie sind ein bedeutender Aspekt bei politischen Entscheidungen sowie bei der Bereitstellung von öffentlichen Gütern. Im Artikel wird argumentiert, dass die Entwicklungsländer angesichts der internationalen Krise mehr Freiheit für ihre Geld-, Handels- und Steuerpolitiken benötigen, um Mittel in die Beseitigung der Armut, die Einkommensumverteilung und die stärkere soziale Kohäsion kanalisieren zu können. Dafür ist eine neue internationale Architektur, die die finanzielle Stabilität garantiert, ausschlaggebend.

Mexiko: Große Krise – k(l)eine Antworten

Zusammenfassung | Mexiko macht die größte Rezession seit 15 Jahren durch. Selbst bei rascher Wiederbelebung der Wirtschaft wird die Krise noch einige Jahre zu spüren sein. Die Politik hat dagegen bisher nur zurückhaltend reagiert. Eine langfristige Entwicklungsstrategie, die in Anbetracht der Rezession und ihrer sozialen Folgen notwendig wäre, ist nicht erkennbar. Da die Auswirkungen der globalen Finanzkrise in Mexiko nicht im Bankensystem, sondern in der Exportindustrie zu spüren sind, konzentriert sich die Regierung vor allem auf die Stimulierung der nationalen Wirtschaftsaktivität und die Stabilisierung der Währung. Aber das angekündigte Infrastrukturprogramm konnte bisher in vielen Bereichen nicht umgesetzt werden. Die Oppositionsparteien PRI und PRD kritisieren die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Rhetorisch setzen sie sich für eine Änderung des Wirtschaftskurses bzw. einen Abschied von der aktuellen Wirtschaftspolitik ein; jedoch auch sie können die Inhalte einer möglichen neuen Strategie nicht konkret benennen.

Sieben politische Folgen der Krise in Lateinamerika

Zusammenfassung | Auch wenn sich die Experten nicht über Dauer und Tragweite der Folgen der globalen Krise einig sind, zweifelt niemand daran, dass sie in Lateinamerika schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Konsequenzen nach sich zieht. Der Artikel schneidet ein Thema an, das häufig unter den Tisch fällt: die politischen Folgen der Krise wie sie sich in Spannungen im politischen System, in Schwierigkeiten bei der Konsolidierung des Rechtsstaates und in den Grenzen der regionalen Integration zeigen. Es geht im Wesentlichen darum, dass die Krise die demokratischen Regierungen vor Herausforderungen stellt, die man nicht allein mit ökonomischen Maßnahmen lösen kann. Auch die Politik muss gestärkt werden.

Venezuela: Das Ölland in der Wirtschaftskrise

Zusammenfassung | Als Mitte 2008 die Finanzkrise begann, sprachen seine Gegner und etliche ausländische Beobachter wieder einmal vom Ende der Ära Chávez. Doch der gewählte Präsident nutzte die Lage, um seine »Revolution« nochmals zu beschleunigen und mehr Macht bei sich zu konzentrieren. Mit den USA und der Globalisierung hatte er ohnehin schnell die Schuldigen ausgemacht. Als Rohstoffexporteur ist Venezuela – und sein Präsident – allerdings abhängig von guten Ölpreisen. Sobald die Weltwirtschaft wieder anspringt, dürfte auch der Ölpreis steigen. Schon in der Vergangenheit hat die Öl-Bonanza dazu gedient, soziale Unterschiede und politische Fehlentwicklungen zu überdecken.

Welche Folgen hat die Krise für die regionale Integration?

Zusammenfassung | Mit Licht und Schattenseiten ist die regionale Integration in den letzten Jahren in Lateinamerika und insbesondere in Südamerika vorangeschritten. In diesem Beitrag wird die Auffassung vertreten, dass die Krise fundamentale Herausforderungen an die Integration stellt, insbesondere im Hinblick auf Verkehrsverbindungen, den Energieverbund, die Überwindung der Armut und die Integration der Wissensgesellschaft. Wenn es in diesen Fragen Fortschritte erzielt, dann hat Südamerika große Chancen, zu einer Makroregion von weltweiter Bedeutung zu werden, so wie Europa oder Nordamerika. Aber dafür ist notwendig, dass die Regierungen der Region das Ausmaß der Krise und den durch sie verursachten Bruch bestehender Paradigmen verstehen und Projekte in Angriff nehmen, die die alte neokonservative Sicht überwinden.

Zentralamerika: Neue Gefahren oder neue Chancen?

Zusammenfassung | In den letzten Jahren verstärkten die Länder Zentralamerikas ihre Integration in den Weltmarkt, besonders mit der us-Wirtschaft und erlebten eine Phase wirtschaftlicher Prosperität. Obwohl in allen Ländern der Region inzwischen regelmäßig Wahlen stattfinden, bleiben die Bürger misstrauisch, die Kriminalitätsrate steigt und es bestehen weiterhin enorme Defizite in der sozialen Entwicklung. Die globale Wirtschaftskrise hatte damit gravierende Folgen für die stark von der us-Wirtschaft abhängigen Länder Zentralamerikas: Geldüberweisungen von Familienangehörigen, Tourismus und Exporte gingen zurück. Dieser Beitrag vertritt die These, dass die Krise zwar einerseits eine Gefahr für Zentralamerika darstellt, andererseits aber auch Chancen für längst überfällige Reformen, z.B. der Steuersysteme und zur Stärkung des Staates bietet.