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Gewerkschaften in Lateinamerika / Erfolgreiche gesellschaftspolitische Akteure kämpfen um ihre Errungenschaften

Gewerkschaften in Lateinamerika Erfolgreiche gesellschaftspolitische Akteure kämpfen um ihre Errungenschaften

In Lateinamerika ist das gewerkschaftliche Engagement außerordentlich hoch. Insbesondere im Süden konnten sich die Gewerkschaften in der letzten Dekade als anerkannte soziopolitische Akteure etablieren. Eine wichtige Rolle kommt der igb-Regionalorganisation csa zu, die auf regionaler und internationaler Ebene Akzente setzt. Nun aber fürchten die Gewerkschaften um die Errungenschaften der vergangenen Jahre.

Für eine soziopolitische Gewerkschaftsbewegung / Die Plattform für Entwicklung des Gesamtamerikanischen Gewerkschaftsbundes (CSA)

Für eine soziopolitische Gewerkschaftsbewegung Die Plattform für Entwicklung des Gesamtamerikanischen Gewerkschaftsbundes (CSA)

Die Gesamtamerikanische Plattform für Entwicklung (plada) ist ein politisches Positionspapier des Gesamtamerikanischen Gewerkschaftsbundes (csa). Die plada zielt auf eine ganzheitliche Agenda, die politische Partizipation, ökologische Transformation und soziale Teilhabe umfasst. Die csa formuliert hier sowohl einen institutionellen als auch einen soziopolitischen Gestaltungsanspruch. Bisher kann dieser gesellschaftspolitische Gewerkschaftsansatz viele Fortschritte verzeichnen. Parallel zu dieser positiven Entwicklung auf regionaler Ebene aber sind die gewerkschaftlichen Traditionen auf nationaler Ebene noch immer patriarchalisch und antidemokratisch.

Von der Politik der sozialen Inklusion zur Prekarisierung von Arbeit und Demokratie in Brasilien

Von der Politik der sozialen Inklusion zur Prekarisierung von Arbeit und Demokratie in Brasilien

Die Regierungen unter Führung der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, pt) konnten in der Vergangenheit in Brasilien große Fortschritte im Arbeits- und Sozialbereich erzielen. Das politische System aber konnte nicht wirklich reformiert werden. Die traditionellen Eliten halten die Macht weiterhin in Händer, wie das Impeachment gegen Dilma Rousseff zeigte. Die neue rechtsgerichtete Regierung unter Präsident Michel Temer will nun viele dieser Errungenschaften wieder zurücknehmen. Für die gespaltene Gewerkschaftsbewegung Brasiliens stellt dies eine große Herausforderung dar.

Der Arbeitsmarkt in Lateinamerika – gestern, heute und morgen

Der Arbeitsmarkt in Lateinamerika – gestern, heute und morgen

Während der sogenannten «década ganada», des «gewonnenen Jahrzehnts», kam es in Lateinamerika zu bedeutenden Fortschritten im Arbeits- und Sozialbereich. Das Wirtschaftsmodell aber wurde nicht geändert. Der aktuelle Verfall der internationalen Rohstoffpreise trübt die wirtschaftlichen Aussichten der Region. Doch es gäbe noch immer Spielraum für die Verteidgung der Interessen der Arbeitnehmerinnen. Der politische Wille ist dafür entscheidend. Derzeit jedoch scheint eine Revision der jüngsten Fortschritte zu drohen. Dies gilt sowohl für die Länder, in denen die Rechte die Regierung übernommen hat, als auch dort, wo weiterhin die Linke regiert.

Menschenrechte im Kontext einer globalisierten Wirtschaft / Eine dringende Frage in der internationalen Debatte

Menschenrechte im Kontext einer globalisierten Wirtschaft Eine dringende Frage in der internationalen Debatte

Die stark assimetrische Machtverteilung zwischen Wirtschaftsunternehmen und Bevölkerung bzw. Staat führt zur Verletzung von Menschenrechten. Der vorliegende Artikel analysiert diesen Kontext und betont die Bedeutung des Themas »Menschenrechte und Wirtschaft«, bei dem es im Kern um eine Beschränkung des extremen und ungleichen Zugriffs auf Gemeingüter geht sowie um die Förderung eines Rechtssystems, das Menschen effektiv schützt.

Die transnationalen Konzerne sollen ihren Anteil zahlen! / Wege zu einem neuen regionalen Steuerregime

Die transnationalen Konzerne sollen ihren Anteil zahlen! Wege zu einem neuen regionalen Steuerregime

Die heutigen Gesetze zur internationalen Unternehmensbesteuerung sind seit fast 100 Jahren in Kraft, was bereits ein deutlicher Hinweis auf die Hinfälligkeit des derzeitigen Systems ist. Mit der Zeit entstanden »Schlupflöcher« in der Gesetzgebung, die sich zur Steuervermeidung nutzen ließen. Innerhalb dieses Rahmens kann der Bericht der Unabhängigen Kommission für die Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung (Independent Commission for the Reform of International Corporate Taxation, icrict) und die globale Kampagne »Die transnationalen Konzerne sollen ihren Anteil zahlen« als Versuch betrachtet werden, ein neues globales und sozial gerechteres Besteuerungssystem zu etablieren.

Gewerkschaftsnetzwerke: Die globalen und lokalen Herausforderungen

Gewerkschaftsnetzwerke: Die globalen und lokalen Herausforderungen

Angesichts der Globalisierung und Transnationalisierung der Wirtschaft wird die Koordinierung der Gewerkschaftsarbeit zu einer zentralen Notwendigkeit. Arbeiter_innen weltweit sind daher bemüht, Netzwerke aufzubauen, Erfahrungen auszutauschen und die gegenseitige Solidarität innerhalb transnational operierender Unternehmen zu stärken. Letzten Endes geht es um Konzepte für eine Globalisierung des Rechts. Zwar hat es in Brasilien Fortschritte in diese Richtung gegeben, und doch ist der Weg noch weit.

Internationale Handelsabkommen – eine Herausforderung für die Gewerkschaften

Internationale Handelsabkommen – eine Herausforderung für die Gewerkschaften

Seit einigen Jahren werden neue Dynamiken auf dem Gebiet der internationalen Handelsabkommen deutlich. Eine Analyse dieser Prozesse hilft zu verstehen, wie Machtstrukturen auf neue Art und Weise etabliert werden und wie die Industrieländer neue Strategien einsetzen, um ihre weltweit zentrale Rolle bei der Akkumulation von Reichtümern abzusichern. Für die Gewerkschaftsbewegung bedeuten diese Veränderungen auch neue Herausforderungen. Eine der wichtigsten Fragen lautet, auf welche Weise Interventionen in globalen Akkumulationsketten möglich sind.

Zwischen Gewalt und Informalisierung / Gewerkschaften in Kolumbien

Zwischen Gewalt und Informalisierung Gewerkschaften in Kolumbien

Die Gewerkschaftsbewegung in Kolumbien ist sowohl organisatorisch als auch politisch-ideologisch ausgesprochen fragmentiert. Zudem ist das Ausmaß der Gewalt gegen Gewerkschaftsmitglieder sehr hoch. Im Zuge des bewaffneten Konflikts und der neoliberalen Wende haben sich Orientierungen, Aktionsmuster und Arbeitsbeziehungen verändert. Heute suchen die Gewerkschaften nach neuen Wegen, um die Interessen von formell und informell Beschäftigten wahrzunehmen.

Bolivien: Ein neuer Ansatz zur Kinderarbeit? / Debatten und Auseinandersetzungen zum Kinder- und Jugendgesetz

Bolivien: Ein neuer Ansatz zur Kinderarbeit? Debatten und Auseinandersetzungen zum Kinder- und Jugendgesetz

Bolivien ist seit 2014 weltweit das einzige Land, in dem Kinderarbeit ab einem Alter von zehn Jahrenaus drücklich erlaubt ist – eine Regelung, die gegen Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ilo) verstößt. Die Debatte, die der Verabschiedung der Reform des Kinder- und Jugendgesetzes vorausging, verdeutlicht die Komplexität und die Vielschichtigkeit des Themas. Das Gesetz entspringt einem Rechtsdiskurs, der über internationale Ansätze hinauszugehen sucht. Lokale Praktiken und Gegebenheiten sollen stattdessen Berücksichtigung finden.

Die Debatten um ein Grundeinkommen / Überlegungen zum Gemeinwohl im 21. Jahrhundert

Die Debatten um ein Grundeinkommen Überlegungen zum Gemeinwohl im 21. Jahrhundert

Während der letzten Jahre begann zeitgleich mitder aufkommenden Kritik an den eng begrenzten und an Bedingungen geknüpften Sozialprogrammen eine Diskussion darüber, ob ein »Grundeinkommen« erstrebenswert und möglich ist. International werden veschiedene Modelle diskutiert. In Lateinamerika gibt es diese Art von Debatten bisher jedoch kaum.

Arbeiter_innen und ihre Organisationen während der Kirchner- Regierungen

Arbeiter_innen und ihre Organisationen während der Kirchner- Regierungen

Das lange Jahrzehnt der Kirchner-Regierungen in Argentinien zwischen 2003 und 2015 brachte – unterstützt durch das Wachstum der Beschäftigung – die Rückkehr zu ehemaligen arbeitsmarktpolitischen Errungenschaften wie etwa den Branchen-Tarifverträgen. Doch der Fortbestand informeller Beschäftigungsverhältnisse und die Spaltung zwischen organisierter Arbeiter_innenbewegung und der »anderen Arbeiter_innenbewegung« haben innerhalb der Arbeitswelt zu Brüchen geführt und die Grenzen dieser jüngsten Verbesserungen aufgezeigt.